AD-MitarbeiterInnen-(C)Wurzrainer

Gemeinsame Außendienst Tagung der heimischen Erzeugerorganisationen

22.06.2023 15:04

Die ARGE Rind führte heuer erstmals eine Tagung für Außendienst-MitarbeiterInnen der Mitgliedsorganisationen durch. Vom 16.-17.6. wurden im Innviertel der unter dem Motto „Gemeinsam stark am Markt“ Erfahrungen ausgetauscht und aktuelle Themen besprochen.

Als Dachorganisation koordiniert die ARGE Rind die Tätigkeiten der Rindererzeugergemeinschaften in den Bundesländern. Sie ist gleichzeitig die Interessensvertretung für alle Rindfleischproduzenten in Österreich. Die ARGE Rind verhandelt die Vermarktungs- und Preiskonditionen für die Rindfleischerzeuger mit den Abnehmern und ist maßgeblich an der Entwicklung von regionalen sowie österreichweiten Qualitätsfleischprogramme beteiligt, welche im Handel positioniert werden und damit den Verbrauchern zur Verfügung stehen. Die Rinderzucht Tirol sowie auch die Raiffeisen Genossenschaft Osttirol sind Mitglieder der ARGE Rind.

ARGE Rind Geschäftsführer Werner Habermann und Obmann Josef Fradler stellten aktuelle Entwicklungen am Rindfleischmarkt sowie Ziele und Herausforderungen für die Organisationen dar. Ein Highlight der Tagung war ein Vortrag des Geschäftsführers der Firma Astro Kalb, Thomas Maurovich. Er referierte über aktuelle Chancen und Herausforderungen in der Kalbfleischvermarktung aus der Sicht eines Vermarkters sowie das gemeinsam mit der ARGE Rind entwickelte Vermarktungsprogramm „Kalb rosé“ für heimische Kälber.

Wesentlicher Bestandteil der Tagung war der Austausch der Außendienst-MitarbeiterInnen untereinander. Die unterschiedlichen Strukturen und Ausgangspositionen, Herausforderungen und Erfolgsgeschichten wurden gemeinsam präsentiert und diskutiert.

Der fachliche Teil wurde durch Exkursionen zu zwei Betrieben vervollständigt.

Am Fresserbetrieb von Familie Karrer werden rund 1.200 Kälber bestmöglich pro Jahr für die Mast vorbereitet. Es handelt sich überwiegend um männliche Fleckvieh-Kälber, welche über die Rinderbörse Oberösterreich mit einem durchschnittlichen Gewicht von 95 kg an den Betrieb vermittelt werden. Die fertigen Fresser werden mit einem Alter von 5 Monaten mit einem Gewicht von rund 190 kg an die Stiermast weitervermarktet. Die Kälber werden intensiv betreut und werden während der Aufzucht geimpft (Rindergrippe) sowie enthornt. Der Betrieb verfügt über mehrere Ställe an einem Standort, wobei Umbaulösungen als auch Neubauten genutzte werden. Neben der Tierbetreuung und Hygiene spielt die perfekte Belüftung des Kälberstalles eine wesentliche Rolle. Temperschwankungen und Zugluft sind dabei absolut zu vermeiden.

Am Betrieb der Familie Gollhammer werden rund 350 Kälber für das Projekt „Kalb rosé“ produziert. Es werden ausschließlich Kälber von Milchrassen, v.a. Holstein Friesian, eingestellt. Die Mast beginnt bei einem Gewicht von ca. 70 kg, bei der Schlachtung sind die Kälber knapp unter 8 Monate alt und erreichen ein Schlachtgewicht von rund 170 kg.

Die Kälber werden im Rahmen einer 12-wöchigen Tränkedauer graduell entwöhnt. Im Anschluss folgt die Mast, welche auf Maissilage und Kraftfutter basiert. Einstellkälber als auch fertige Rosé-Mastkälber werden über die Rinderbörse Oberösterreich vermarktet.

Auf diesen beiden Betrieben wurde eindrucksvoll vermittelt, dass die heimische Kälberproduktion bzw. Kalbfleischproduktion einen wirtschaftlich interessanten Betriebszweig darstellt. Grundvoraussetzung dafür sind beste Haltungsbedingungen (v.a. Stallklima), hohe Hygienestandards sowie die Tierbetreuung mit intensivem Gesundheitsmanagement durch LandwirtInnen und VeterinärInnen.

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