IMG-20220925-WA0048

Kombinationshaltung - Rückgrat unserer Almwirtschaft

29.09.2022 08:21

Der Betrieb von Familie Tusch vom Marxenhof aus Buch bei Jenbach ist ein typischer Kombinationshaltungsbetrieb in Tirol mit Anbindehaltung und Alm- bzw. Weidehaltung. Das Vieh ist im Sommer auf der Tiefenbachalm in einem der wohl schönsten Almgebiete unseres Landes dem Bächental. Das Bächental ist aufgrund seiner nicht touristischen Nutzung ein besonders geschätztes Naturjuwel im Karwendel an der Grenze zu Bayern. Es verbindet eine optimale Symbiose von Naturschutz, Jagd und Almwirtschaft. 100 Tiroler Bauern geben über 2.000 Rinder (davon fast 700 Kühe) auf die 26 Almen im Bächental. Bei den Auftreibern beträgt der Anteil an Betrieben mit Kombinationshaltung rund 80 % bzw. bei den aufgetriebenen Rindern 75 %.

 

Wie Christian Moser von der Rinderzucht Tirol anführt, zeigen uns gerade diese Zahlen, wie wichtig - welches "Rückgrat" - die Kombinationshaltung für die Almwirtschaft verbunden mit der gesamten Berglandwirtschaft darstellt und welche Bedeutung sie hat im Wunschdenken unserer Gesellschaft, der flächendeckenden Bewirtschaftung und Schutz des Lebensraumes unseres Landes. Gerade in der aktuellen Zeit mit der Diskussion um Kennzeichnung der Haltesysteme sollte dies nicht vergessen werden.

 

Vor drei Jahren führte Sandro Gstrein zu dieser Thema die weit über unsere Landesgrenzen hinaus beachtete "Tierwohlstudie Berggebiet" durch. Dabei beleuchtete er die Zukunftsaussichten der Berglandwirtschaft unter dem Aspekt der steigenden Tierwohlanforderungen. Dabei kam klar zum Vorschein, dass die wichtigsten Tierwohlkriterien für die Bauern die Mensch-Tier-Beziehung und Alpung sind. Rund 70 % der gealpten Kühe stammen dabei aus der Kombinationshaltung. Ein Ende der Kombinationshaltung hätte dabei großen Einfluss auf die Perspektiven der Kuhhaltung in Tirol - 85 % würden die Kuhhaltung bzw. ihren Betrieb auflassen.

 

Am 24. September ging es nun für das Almvieh von Familie Tusch heim nach Buch bei Jenbach. 25 Kilometer mit reiner Gehzeit von 7 Stunden, selbstverständlich unterbrochen durch Pausen für Mensch und Tier mussten bewältigt werden. Vom Bächental ging es über den bekannten Schleimssattel nach Pertisau, entlang des Achensees und über den Kasbach heim auf den Marxenhof nach Buch.

Aktuelles

SenseHub
2. Rinder Open Air
AG DONBOY
AG BONANZA
AG PICASSO
Das MAP